Das Staatsministerium für Tuntensicherheit in ganz Europa UND Ostdeutschland (TunSi) informiert:

Berlin, den 10. Juni 2010



TunSi unweit von Schwulen-Kiez mit Flaschen beworfen!


Kurz vor Beginn der Pride-Week Berlin sollte die TunSi von einem Kamerateam des RBB bei einer Gewaltpräventionstour am Mittwoch, dem 9.6.10 durch Berlin-Mitte begleitet werden. Doch schon beim Gang zum nur wenige Meter entfernt geparkten Auto vor der Bushaltestelle Pallasstraße/Potsdamer Straße in Schöneberg wurden die Mitglieder attackiert.

Eine Horde von ca. 50 Kindern und Jugendlichen bewarfen die 5 anwesenden Agentinnen der TunSi zunächst mit Wasserbomben, später mit einer gefüllten Wasserflasche. Die Agentinnen K, T & M wurden mehrfach mit großer Wucht getroffen und zum Teil verletzt. Die Agentinnen wurden beschimpft, beleidigt und sogar mit Morddrohungen konfrontiert. In den verbalen  Angriffen wurden die Agentinnen mehrfach als pervers, krank, hässlich, Schwuchtel u.ä. diffamiert.

Agentin M, die nur wenige Meter vom Tatort entfernt ihr Domizil hat, wurde erklärt, dass sie in dieser Gegend nichts verloren habe und Perverse wie sie nicht geduldet, sondern zusammengeschlagen gehören. Agentin T, die ebenso unweit des Tatortes beheimatet ist, wurde von der gefüllten Wasserflasche am Oberkörper getroffen, ihr wurde Hässlichkeit und „komisches Aussehen“ vorgeworfen und sie wurde als „perverse Schwuchtel“ bezeichnet.

Die Agentinnen bemühten sich vor Ort sofort um klärende Gespräche  mit den Angreifern. Diese wurden aber verbal von den älteren Jugendlichen immer wieder angestachelt, weitere Beleidigungen und Bedrohungen gegen die Agentinnen auszustoßen. Lediglich ein einziger (!) Heranwachsender mischte sich in die aufgeheizte Situation ein und bat um Nachsicht und Verständnis für die migrationgeprägten Angreifer, da diese es von ihren Eltern und Vorbildern nicht anders vorgelebt bekämen. Die Agentinnen entgegneten, dass die Täter keine Opfer sind und die falschen Vorbilder in den Familien als Rechtfertigung für dieses Verhalten inakzeptabel sind.

Kein Erwachsener griff ansonsten ein, weder Passanten, noch die Anwesenden im Zeitungsladen, der Eisdiele, dem Lederwarengeschäft oder die an der Bushaltestelle Wartendenden. Einige rechtfertigten die Angriffe sogar mit den Worten: „Wundert euch das bei eurem Aussehen?“, „Was lauft ihr hier auch lang?“, „Gegen so etwas wie euch gibt es in Deutschland nun mal keine Gesetze.“

Daraufhin riefen die Agentinnen der TunSi die Polizei. Es wurden Strafanzeigen wegen Beleidigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung gestellt. Derzeit wird geprüft, ob Ermittlungen wegen Landfriedensbruch eingeleitet werden. Der Vorfall wurde MANEO gemeldet.

Die TunSi stellt dazu fest: Homophobie ist kein folkloristisches Element, dass bei Menschen mit  Migrationshintergrund erst mal zu akzeptieren ist. Der Vorfall hat auf unschöne Art und Weise gezeigt, dass die derzeitige Integrationspolitik offensichtlich nicht ausreichend vor Ort wirksam wird. Es ist beschämend, dass mitten in Berlin einzelne Individuen auf öffentlichen Plätzen und Straßen im Jahr 2010 immer noch mit den Ergebnissen einer verfehlten Integrationspolitik und einer in vielen Milieus wirkungslos verpuffenden stümperhaften „Homo-Emanzipations-Politik“ konfrontiert werden.

Agentin G dazu: „Politik kann zwar Gesetze erlassen, in der eigenen Nachbarschaft muss aber JEDER persönlich mit Zivilcourage für Akzeptanz eintreten. Wer einfach nur weg sieht, beschönigt oder es sich in seiner Nische bequem macht (z.B. nur ein Mal pro Jahr hübsch auf dem CSD Sekt trinken - ansonsten immer schön unpolitisch bleiben), der ist mit dafür verantwortlich, dass „Integration“ und „Emanzipation“ hohle Floskeln bleiben. Wir werden nach diesem Vorfall aktiv die Auseinandersetzung mit den Vertretern aus dem örtlichen Umfeld suchen. Dazu hat uns MANEO als kompetenter Ansprechpartner bereits Unterstützung zugesagt.“ Agentin M ergänzend: „Dies ist keine Drohung, sondern ein Versprechen!“

PS. Teile des gedrehten Materials werden im RBB in einer Sondersendung zum CSD „Christopher Street Day 2010 Bilder und Geschichten des Tages“ zu sehen sein am Samstag, 19.06.2010 um 22:15, Montag, 21.06.2010 um 03:30 Uhr und 10:45 Uhr.


Rückfragen unter info@tunsi.eu


Hochachtungsvoll
die Agentinnen der TunSi

- Agentin G                  (Referat für Volksbefriedigung)
- Agentin K                  (Referat für Inneres)
- Agentin M                  (Referat für Gigantismus)
- Agentin T                  (Referat für Dringlichkeit)
- IM Wurst                   (Auszubildende im 2. Lehrjahr)
- IM Heart von Hindten  (Auszubildende im 1. Lehrjahr)